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Von Benoit Descary · 12. Oktober 2026 · Ratgeber

Nikolaus 2026: Sonntag, 6. Dezember. Stiefel, Weckmann und drei Rezepte für das Nikolauswochenende

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Nikolaus 2026 ist am Sonntag, dem 6. Dezember. Die Stiefel kommen also am Samstagabend, dem 5. Dezember, geputzt vor die Tür, und weil der Nikolaustag diesmal mit dem zweiten Advent zusammenfällt, hat fast die ganze Familie am Morgen danach frei: für den Blick in den Stiefel, für einen Weckmann, der warm aus dem Ofen kommt, und am Nachmittag für Bratäpfel. Ein gesetzlicher Feiertag ist der 6. Dezember in keinem Bundesland. In diesem Jahr merkt das niemand.

Kurz gesagt

  • Samstag, 5. Dezember 2026, am Abend: Stiefel putzen und rausstellen. Am Sonntag wird geleert, und am Nachmittag brennt die zweite Adventskerze.
  • Derselbe Hefemann hat viele Namen. Im Rheinland ist er der Weckmann, in Westfalen der Stutenkerl, mancherorts der Klausenmann und in Baden der Dambedei. Rheinische Bäcker verkauften ihn laut evangelisch.de (2025) schon im 18. Jahrhundert ab November. Deshalb bekommen Kinder dort den ersten bereits nach dem Martinszug.
  • In Deutschland wurden für die Saison 2025 rund 146 Millionen Schoko-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt, 11 Prozent weniger als im Vorjahr, und etwa 44 Prozent davon gingen ins Ausland. Das meldete der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) im Dezember 2025, berichtet Lebensmittel Praxis.
  • Aus 500 g Mehl werden sechs Weckmänner von gut 20 cm. Wer den Teig am Samstagabend mit wenig Hefe in den Kühlschrank stellt, hat sie am Sonntag kurz nach neun auf dem Frühstückstisch (Küchenrichtwert aus unserem Rezept).
  • Ganze Nüsse gehören nicht in den Stiefel eines Kindes unter vier Jahren. Davor warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), nachzulesen bei apotheken.de (2014).

Wann ist Nikolaus, und warum stehen die Stiefel am Abend davor draußen?

Der Nikolaustag ist immer der 6. Dezember, egal auf welchen Wochentag er fällt. Beschenkt wird aber in der Nacht davor. Die Kinder stellen am Abend des 5. Dezember ihre Stiefel vor die Haustür, vor die Wohnungstür im Treppenhaus oder, wo das zu kalt oder zu unsicher ist, vor die Zimmertür. Morgens ist etwas drin. Wer erst am Abend des 6. rausstellt, hat den Termin verpasst, und genau diese Verwirrung erklärt, warum die Frage „Kommt der Nikolaus am 5. oder am 6.?“ jedes Jahr so oft gegoogelt wird.

Warum ausgerechnet dieser Tag? Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert und leitete als Bischof die Gemeinde von Myra in Kleinasien, dem heutigen Demre in der Türkei. Sein Todestag soll ein 6. Dezember gewesen sein. Ein gesichertes Todesjahr gibt es nicht, schreibt die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA auf kath.ch, 2025). Dieselbe Quelle erzählt die Legende, die den Stiefel erklärt: Ein verarmter Vater wollte seine drei Töchter in die Prostitution schicken, und Nikolaus warf nachts drei Goldklumpen durchs Fenster, die in Strümpfen landeten, die dort zum Trocknen hingen. Aus den Strümpfen wurden hierzulande Stiefel, bei den Nachbarn in den Niederlanden Schuhe.

Das Putzen ist in vielen Familien der eigentliche Brauch. Zeitungspapier auf den Küchenboden, die alte Dose Schuhcreme aus dem Schrank, ein Lappen, und irgendein Erwachsener behauptet todernst, der Nikolaus schaue zuerst auf die Sohle. Es ist der einzige Abend im Jahr, an dem Kinder freiwillig Gummistiefel abwaschen. Über die Größe wird verhandelt: Sobald ein Geschwisterkind auf die Idee kommt, Papas Winterstiefel rauszustellen, braucht es eine Familienregel. Bewährt hat sich „jeder seinen eigenen Stiefel“.

Wo es keine Haustür gibt, die man nachts unbeaufsichtigt lassen will, steht der Stiefel am Fenster oder neben dem Bett, in manchen Familien auch ein Teller. Wichtig ist nur, dass das Kind ihn am Morgen selbst findet.

Weckmann, Stutenkerl, Klausenmann: ein Hefemann, viele Namen

Wer in Köln aufgewachsen ist und nach Münster zieht, bestellt am Nikolausmorgen beim Bäcker einen Weckmann und bekommt einen fragenden Blick. Dort heißt er Stutenkerl. Gemeint ist dasselbe: ein Männchen aus süßem Hefeteig mit Rosinenaugen und Rosinenknöpfen. Die Namen kommen vom Teig. Der Weck ist im Rheinland das Brötchen, der Stuten in Westfalen das süße Weißbrot. Klausenmann leitet sich vom „Klaus“ in Nikolaus ab, und in Baden sagt man Dambedei.

Der Zeitpunkt unterscheidet sich ebenfalls. Im Rheinland gibt es den ersten Weckmann schon am 11. November, nach dem Martinszug mit Laterne, und an Nikolaus den nächsten. In Westfalen gehört der Stutenkerl eher zum 6. Dezember. Für ein Kind aus Düsseldorf ist das ein klarer Standortvorteil.

NameWo man so sagtWann er auf den Tisch kommt
Weckmann, WeckmännchenRheinland, Ruhrgebietschon nach dem Martinszug am 11. November, dann wieder an Nikolaus
StutenkerlWestfalen, Münsterlandvor allem am Nikolaustag
Klausenmannverstreut, vom „Klaus“ in Nikolausam Nikolaustag
DambedeiBadennach dem Laternenumzug an St. Martin, oft mit Kinderpunsch
Hefekerl, Martinsmännchenje nach Bäckerei und FamilieMartinstag oder Nikolaus

Warum hält der Weckmann eine Pfeife?

Die kleine weiße Tonpfeife ist das Detail, an dem sich jedes Jahr jemand stört. Ursprünglich stellte die Figur den Bischof Nikolaus dar und hielt einen Bischofsstab. In der Reformationszeit wurde daraus eine Tonpfeife, als christliche Bräuche verweltlicht wurden. So beschreibt es die Theologin und Journalistin Katrin Hummel bei evangelisch.de (2025). Sie berichtet auch, dass heute kaum noch ein Stutenkerl eine Pfeife hält: Manche Eltern wollen Kindern kein Rauchzeug in die Hand geben, und die Pfeife landet nach dem Essen ohnehin im Müll.

Unsere Meinung: Die Pfeife darf bleiben, wenn sie in der Familie dazugehört. Sie ist ein Stück Ton und kein Tabak, und ein Weckmann ohne Pfeife sieht für viele Rheinländer aus wie ein Schneemann ohne Möhre. Wer sie trotzdem weglässt, rollt aus einem Rest Teig einen dünnen Strang, biegt oben eine Krümme hinein und legt ihn dem Männchen in den Arm. Dann hält der Weckmann wieder, was er vor ein paar hundert Jahren in der Hand hatte, und schmeckt dazu noch.

Nikolaus, Knecht Ruprecht und der Weihnachtsmann

Kinder unter sechs bringen die drei ständig durcheinander, und die Werbung hilft nicht dabei. Der beste Hinweis ist der Hut. Der Nikolaus trägt eine Mitra, die hohe Bischofsmütze, dazu einen Bischofsstab und oft ein goldenes Buch, in dem steht, wer im Jahr brav war. Der Weihnachtsmann hat eine Zipfelmütze und kommt erst an Heiligabend.

Knecht Ruprecht ist der Begleiter des Nikolaus, in einer dunklen Kutte, mit Rute und Sack. Früher war er für die Drohung zuständig, heute steht er beim Nikolausbesuch in der Kita meist freundlich daneben oder fehlt ganz. Viele Erzieherinnen lassen die Rute weg, und das ist gut so.

Dass im Norden und in der Mitte Deutschlands der Weihnachtsmann am 24. beschert und im Süden und Westen oft das Christkind, hat mit der Reformation zu tun. Martin Luther lehnte die Heiligenverehrung ab, und laut der Forscherin Erika Kohler bescherte er in seiner Familie seit 1531 im Namen des „Heiligen Christ“. Der Weihnachtsmann, eine aus dem Nikolaus abgeleitete Figur, übernahm später in den evangelischen Regionen (evangelisch.de, 2024). Der 6. Dezember blieb trotzdem überall der Tag für den Stiefel.

NikolausWeihnachtsmann
Wannin der Nacht auf den 6. Dezemberam 24. Dezember, abends
ErkennungszeichenMitra, Bischofsstab, Bischofsmantel, goldenes BuchZipfelmütze, roter Mantel mit weißem Besatz
BegleiterKnecht Ruprechtkeiner
Wo die Geschenke liegenim Stiefel vor der Türunter dem Baum
Was es gibtMandarine, Nüsse, Schokolade, eine Kleinigkeitdie eigentlichen Weihnachtsgeschenke
HerkunftBischof von Myra, 4. Jahrhundert (KNA)aus dem Nikolaus abgeleitet, in evangelischen Gegenden verbreitet (evangelisch.de)

Nikolausstiefel füllen: kein zweites Weihnachten

Der Stiefel ist ein Gruß, keine Bescherung. Eine Mandarine oder Clementine, eine Handvoll Nüsse in der Schale, ein Schoko-Nikolaus, eine Kleinigkeit, die in den Schaft passt, und vielleicht ein Zettel mit ein paar Zeilen vom Nikolaus. Mehr braucht es nicht. Wer den Stiefel mit Spielzeug vollstopft, hat am 24. Dezember ein Problem mit der Steigerung.

Die Nüsse sind Tradition, aber nicht für die Kleinsten. Der BVKJ rät, Kindern unter vier Jahren keine ganzen Nüsse, Mandeln oder Erdnüsse zu geben, weder einzeln noch in Gebäck oder Schokolade, weil sie in die Atemwege geraten können (apotheken.de, 2014). Für ein Kleinkind kommt also eine Clementine in den Stiefel, ein Hefemännchen ohne Nüsse und etwas zum Spielen.

Bei Geschwistern hilft eine einfache Regel: gleiche Anzahl Teile, gleiche Schokolade, die Kleinigkeit darf verschieden sein. Und die Erwachsenen? Ein Stiefel für den Partner mit seinem Lieblingstee und einem handgeschriebenen Gutschein für einen freien Samstagvormittag hat schon so manchen Dezember gerettet.

AlterWas gut passtLieber nicht
unter 4 JahrenClementine, kleiner Weckmann, Fingerpuppe, Mini-Bilderbuchganze Nüsse, Erdnüsse, Mandeln (BVKJ), kleine Teile zum Verschlucken
4 bis 7 JahreWalnüsse zum gemeinsamen Knacken, Schoko-Nikolaus, Malkreide, Stirnlampe für den LaternenwegSpielzeug, das größer ist als der Stiefel
8 bis 12 JahreHandschuhe, Kartenspiel, ein Brief vom Nikolaus mit einem Lob, das stimmtErmahnungen im goldenen Buch vor Publikum
Jugendliche und ErwachseneLieblingstee, Wollsocken, ein Gutschein für Zeit statt für Geldein leerer Stiefel, weil man „zu alt“ sei

Weckmann über Nacht: das Rezept für sechs Stück

Für 6 Weckmänner von gut 20 cm. Arbeitszeit etwa 30 Minuten, Gehzeit über Nacht im Kühlschrank plus 1 Stunde am Morgen, Backzeit 15 bis 18 Minuten. Die Mengen sind Küchenrichtwerte und wurden mit gängigen Bäckerrezepten abgeglichen.

Der Trick für den Sonntagmorgen ist die kalte Gare. Mit weniger Hefe und kalter Milch geht der Teig langsam im Kühlschrank und schmeckt danach runder als ein schneller Teig. Wer lieber am Samstagnachmittag backt, nimmt einen halben Würfel Hefe, lauwarme Milch und lässt den Teig eine Stunde warm gehen.

  • Zutaten: 500 g Mehl (Type 550, ersatzweise 405), 10 g frische Hefe (für den schnellen Teig 21 g, also ein halber Würfel), 250 ml Vollmilch, 70 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei (Größe M), 75 g weiche Butter, ½ TL Salz.
  • Zum Belegen: etwa 30 Rosinen, 1 Eigelb mit 2 EL Milch verquirlt, nach Belieben Hagelzucker und sechs Tonpfeifen oder Teigstäbe.
  • Samstag, 20 Uhr: Hefe in der kalten Milch auflösen. Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz mischen, Milch, Ei und Butter dazugeben und 8 bis 10 Minuten kneten, bis der Teig glatt ist und sich vom Schüsselrand löst.
  • Den Teig in eine geölte Schüssel legen, abdecken und in den Kühlschrank stellen. Er darf 10 bis 12 Stunden bleiben.
  • Sonntag, 7.30 Uhr: Schüssel herausnehmen und den Teig eine Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen. Dann in sechs Stücke von je etwa 160 g teilen.
  • Jedes Stück zu einem länglichen Fladen von 1 cm Dicke ausrollen. Mit einem Messer unterhalb eines runden Kopfes zwei Kerben für den Hals schneiden, Arme und Beine einschneiden und etwas auseinanderziehen.
  • Auf zwei Bleche mit Backpapier legen, 20 Minuten gehen lassen, dabei den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  • Mit Eigelb bestreichen, Rosinen als Augen und Knöpfe fest eindrücken, Pfeife schräg in den Arm stecken. 15 bis 18 Minuten goldbraun backen.

Bratäpfel mit Nuss und Rosinen für vier

Für 4 Bratäpfel. Arbeitszeit 15 Minuten, Backzeit 25 bis 35 Minuten. Die Füllung lässt sich schon am Freitag anrühren und hält abgedeckt im Kühlschrank bis Sonntag. Nimm säuerliche Äpfel, die im Ofen weich werden, ohne zu Mus zu zerfallen: Boskop ist der Klassiker, Elstar und Topaz gehen auch.

Der häufigste Fehler ist ein Apfel, der im Ofen platzt. Ritz die Schale vor dem Backen einmal rundherum mit der Messerspitze ein, etwa auf halber Höhe. Dann kann der Dampf entweichen.

  • Zutaten: 4 säuerliche Äpfel, 30 g gehackte Walnüsse oder Mandeln (für Kinder unter vier Jahren gemahlen), 30 g Rosinen, 40 g Marzipanrohmasse, 1 EL Honig, ½ TL Zimt, 20 g Butter, 100 ml Apfelsaft.
  • Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Äpfel waschen, das Kerngehäuse von oben mit einem Apfelausstecher entfernen, ohne den Boden ganz zu durchstechen.
  • Marzipan klein würfeln und mit Nüssen, Rosinen, Honig und Zimt verkneten. Die Masse fest in die Äpfel drücken und je ein Stück Butter obenauf setzen.
  • Äpfel in eine Auflaufform stellen, den Apfelsaft angießen und 25 bis 35 Minuten backen, bis die Schale runzelig ist und ein Holzspieß ohne Widerstand hineingleitet.
  • Mit warmer Vanillesoße servieren. Den Saft aus der Form darüber löffeln.

Kinderpunsch für den Nachmittag

Für 6 Becher à 200 ml. Zubereitung 10 Minuten, Ziehzeit 15 Minuten. Der Punsch soll heiß werden, aber nicht kochen, sonst schmecken die Nelken bitter und der Saft verliert sein Aroma. Was übrig bleibt, kommt in die Thermoskanne für den Spaziergang zum Nikolausmarkt.

  • Zutaten: 500 ml Früchtetee (Hagebutte-Hibiskus), 500 ml naturtrüber Apfelsaft, 250 ml Orangensaft, 1 Zimtstange, 3 Gewürznelken, 1 Sternanis, ½ Bio-Orange in Scheiben, 1 bis 2 EL Honig.
  • Den Tee mit 500 ml kochendem Wasser aufgießen und 8 Minuten ziehen lassen, dann den Beutel entfernen.
  • Tee, Apfelsaft, Orangensaft und Gewürze in einen Topf geben und langsam erhitzen, bis kleine Bläschen am Rand aufsteigen.
  • Topf vom Herd nehmen, Orangenscheiben dazugeben und 15 Minuten ziehen lassen. Nelken und Sternanis herausfischen, bevor die Kinder sie finden, und nach Geschmack mit Honig süßen.

Das Nikolauswochenende 2026, Tag für Tag

Wer nach unserem Plätzchen-Backplan arbeitet, backt am Samstag, dem 5. Dezember, die Butterplätzchen und verziert sie am Sonntag. Das passt gut zusammen: Der Ofen ist nach den Weckmännern ohnehin warm, und die Kinder sind sowieso in der Küche.

WannWas passiert
Do., 3. DezemberEinkauf: Hefe, Milch, Butter, Eier, Äpfel, Säfte, Mandarinen, Nüsse, Schoko-Nikoläuse
Fr., 4. Dezember, abendsBratapfelfüllung anrühren. Stiefel suchen, die seit März im Keller stehen
Sa., 5. Dezember, nachmittagsStiefel putzen, Zettel vom Nikolaus schreiben, Kleinigkeiten verpacken
Sa., 5. Dezember, 20 UhrWeckmannteig kneten und in den Kühlschrank stellen. Stiefel raus, Kinder ins Bett
Sa., 5. Dezember, späterStiefel füllen, erst wenn alle schlafen
So., 6. Dezember, 7.30 UhrTeig aus dem Kühlschrank nehmen
So., 6. Dezember, 8.30 UhrWeckmänner formen, gehen lassen, Ofen vorheizen
So., 6. Dezember, 9 UhrWeckmänner backen. Kakao kochen
So., 6. Dezember, 15 UhrBratäpfel in den Ofen, Kinderpunsch ansetzen, zweite Adventskerze anzünden

So planst du das Nikolauswochenende in Olivi

Das Weckmannrezept deiner Oma steht vermutlich auf einer fleckigen Karteikarte. Ein Foto genügt, um das Papierrezept zu scannen, auch in Schreibschrift. Ein Rezept aus einem Blog holst du dir per Link. Wenn die Patenkinder mitfeiern und aus sechs Weckmännern zwölf werden müssen, änderst du die Portionszahl, und Mehl, Hefe und Butter rechnen sich mit.

Die drei Rezepte legst du im Planer auf Samstag und Sonntag. Daraus entsteht die Einkaufsliste, nach Abteilungen sortiert, und über Liste teilen sieht der Partner im Supermarkt in Echtzeit, dass die Mandarinen schon im Wagen liegen, auch ohne App über einen Link. Am Sonntagmorgen hält der Kochmodus das Rezept auf dem Bildschirm, mit einem Timer für jedes Blech.

Und wenn ein Kind keine Rosinen mag oder die Nachbarn eine Nussallergie haben, fragst du Olive, die virtuelle Küchencoachin, nach einer Variante. Olivi läuft im Browser, auf iPhone und auf Android und wurde in Montréal entwickelt.

Der Nikolausplaner zum Ausdrucken

Der Nikolausplaner als PDF hat drei A4-Seiten für die Kühlschranktür. Seite 1 sind die Rezeptkarten für Weckmann, Bratäpfel und Kinderpunsch. Seite 2 ist zum Ausfüllen: der Plan von Montag bis Sonntag, eine Einkaufsliste zum Abhaken, was am Samstagabend vorbereitet wird, und eine Tabelle mit Stiefel und Inhalt für jedes Kind. Seite 3 ist ein Spickzettel mit den Terminen 2026, den Namen des Hefemanns nach Region, Mengen für 4 bis 12 Personen, Haltbarkeit und den wichtigsten Sicherheitsregeln.

Für die Feiertage danach gibt es den Beitrag Weihnachtsmenü planen.

Häufige Fragen

Wann ist Nikolaus 2026?

Nikolaus 2026 ist am Sonntag, dem 6. Dezember. Der Tag fällt damit auf den zweiten Advent. Die Kinder stellen ihre geputzten Stiefel am Abend davor raus, also am Samstag, dem 5. Dezember, und finden sie am Sonntagmorgen gefüllt. Der Nikolaustag ist jedes Jahr am 6. Dezember, nur der Wochentag wechselt.

Kommt der Nikolaus am 5. oder am 6. Dezember?

In der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember. Die Stiefel stehen am Abend des 5. vor der Tür, der Nikolaus füllt sie in der Nacht, und am Morgen des 6. werden sie geleert. Der 6. Dezember ist der Gedenktag des heiligen Nikolaus von Myra. Besuche in Kita, Schule oder Verein liegen oft auf einem Tag in derselben Woche.

Ist Nikolaus ein gesetzlicher Feiertag?

Nein. Arbeitsfrei ist der 6. Dezember nirgends in Deutschland, Geschäfte haben normal geöffnet und Schulen unterrichten. 2026 spielt das kaum eine Rolle, weil der Nikolaustag auf einen Sonntag fällt. In vielen Kitas und Grundschulen kommt der Nikolaus trotzdem zu Besuch, dann meist am Freitag davor oder am Montag danach.

Was ist der Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann?

Der Nikolaus geht auf den Bischof Nikolaus von Myra aus dem 4. Jahrhundert zurück, trägt Mitra und Bischofsstab und füllt in der Nacht auf den 6. Dezember die Stiefel. Der Weihnachtsmann mit Zipfelmütze ist eine aus ihm abgeleitete Figur, die am 24. Dezember die eigentlichen Geschenke bringt, vor allem in Nord- und Mitteldeutschland.

Was kommt traditionell in den Nikolausstiefel?

Klassisch sind eine Mandarine oder Clementine, Nüsse in der Schale, ein Schokoladen-Nikolaus, etwas Gebäck und eine Kleinigkeit, die in den Schaft passt. Ein kurzer Brief vom Nikolaus mit einem ehrlichen Lob ist für viele Kinder das Beste. Für Kinder unter vier Jahren gehören keine ganzen Nüsse hinein, darauf weisen die Kinder- und Jugendärzte hin.

Warum hat der Weckmann eine Pfeife?

Ursprünglich stellte der Weckmann den Bischof Nikolaus dar und hielt einen Bischofsstab. In der Reformationszeit, als christliche Bräuche verweltlicht wurden, wurde daraus eine Tonpfeife. Heute lassen viele Bäckereien sie weg. Wer sie ersetzen will, formt aus einem Teigrest einen Stab mit Krümme und gibt dem Männchen so seinen Bischofsstab zurück.

Was ist der Unterschied zwischen Weckmann und Stutenkerl?

Keiner, außer dem Namen und manchmal dem Termin. Weckmann sagt man im Rheinland und im Ruhrgebiet, wo er schon nach dem Martinszug am 11. November gegessen wird. Stutenkerl heißt er in Westfalen und im Münsterland, dort gehört er eher zum Nikolaustag. Beide sind aus süßem Hefeteig mit Rosinen geformt.

Wer ist Knecht Ruprecht?

Knecht Ruprecht ist der Begleiter des Nikolaus, meist in dunkler Kutte, mit Sack und Rute. Früher war er der Strenge, der unartige Kinder ermahnte, während der Nikolaus lobte und beschenkte. Bei heutigen Nikolausbesuchen in Kita und Familie ist er freundlich geworden oder fehlt ganz, und die Rute bleibt meistens zu Hause.

Kann man Weckmänner am Vortag backen oder einfrieren?

Am besten schmecken sie frisch. Wer am Vortag backt, lässt sie ganz abkühlen und verpackt sie luftdicht, am Morgen helfen fünf Minuten bei 150 °C im Ofen. Gebackene Weckmänner lassen sich einfrieren und in einigen Stunden bei Zimmertemperatur auftauen. Schöner für den Sonntag ist der Teig, der über Nacht im Kühlschrank geht.

Warum stellt man an Nikolaus Stiefel vor die Tür?

Der Brauch geht auf eine Legende zurück. Nikolaus soll einem armen Vater nachts heimlich drei Goldklumpen durchs Fenster geworfen haben, damit dessen Töchter nicht in Not gerieten, und das Gold fiel in Strümpfe, die zum Trocknen hingen. Aus den Strümpfen wurden in Deutschland geputzte Stiefel, in den Niederlanden Schuhe.

Wann isst man Weckmann, an St. Martin oder an Nikolaus?

Beides ist richtig, je nach Region. Im Rheinland verkauften Bäcker die Hefemänner schon im 18. Jahrhundert ab November, deshalb gibt es dort den ersten Weckmann nach dem Martinszug am 11. November. In Westfalen und vielen anderen Gegenden gehört der Hefemann zum Nikolaustag. Gemeint war ursprünglich ohnehin der Bischof Nikolaus.

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